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Zweiter Führungsdialog der Dachstiftung Diakonie (07.02.18)

Identifikation mit dem diakonischen Auftrag

110 Führungskräfte der Dachstiftung Diakonie, ihrer Stiftungen und deren angeschlossenen Gesellschaften kamen am 18. Januar 2018 im Zentrum für Erwachsenenbildung des Stephansstifts in Hannover zusammen, um sich mit den Führungsgrundsätzen und der Identifikation mit dem diakonischen Auftrag auseinander zu setzen und auszutauschen.

In Vorträgen, Workshops und Diskussionsforen engagierten sich, trotz widriger Wetterlage – im Lauf der Veranstaltung zog ein mächtiges Sturmtief über Hannover – die Teilnehmenden mit beherztem Einsatz den nicht immer einfach zu klärenden Fragen.

In seinem Eingangsvortrag mit dem Titel „Zur Identifikation mit dem diakonischen Auftrag, dass alle Menschen Gottes Liebe erfahren“, referierte Prof. Dr. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof und Theologieprofessor der Hochschule Wuppertal-Bethel am Institut für Diakoniewissenschaft und Diakonisches Management, zu Fragen der Identifizierung des Einzelnen als auch der Organisation mit dem diakonischen Auftrag. Von außen, also von Seiten der Öffentlichkeit, sei die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben oft deutlicher als aus Binnensicht. Es sei dabei klar, dass bei sehr dezentraler Verteilung der einzelnen Einrichtungen eine gemeinsame Identität zu entwickeln nicht einfach sei, jedoch eine klare Identität natürlich auch einen klaren Wettbewerbsvorteil ausmache.

Starnitzke wählte als große Klammer das biblische „Liebesgebot“, ausgeprägt in dem sehr bekannten Satz: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dabei beschreibe das Gebot zum einen wie der Mensch sich selbst und anderen gegenüber verhalten solle (und werde) und zum anderen wie es auch die vornormativen Grundlagen des Handelns und Kommunizierens einer Organisation ausdrücke.

In den sich anschließenden zwei Workshops ging es dann darum, die zunächst noch abstrakten Begriffe wie Nächstenliebe, Liebe und Wertschätzung mit konkreten Inhalten zu füllen. Während es am Vormittag zunächst um die Wahrnehmung des diakonischen Auftrags im eigenen Führungsalltag und mögliche Kraftquellen ging, wurde am Nachmittag weiterentwickelt, woran konkret „Nächstenliebe“ im Organisationshandeln erkennbar wird.

Einige Ergebnisse lassen sich durchaus konkret benennen: allem voran der Luxus, dass man sich überhaupt regelmäßig mit derartigen Fragen gemeinsam beschäftigen und auseinandersetzen könne. Weitere Stichworte, hinter denen sich teilweise auch Entwicklungsbedarf verbirgt, waren unter anderem: ein „Recht auf Intervention“ bei nicht wertschätzender Kommunikation, die Beschäftigung mit Fragen des leistungsvermögensgerechten Arbeitens bei fortgeschrittenem Lebensalter und in besonders belasteten Arbeitsfeldern oder auch eine Aufnahme des Gebotes der Nächstenliebe als Formulierung in Stellenprofilen. Ganz konkret wurden aber auch benannt, dass die Verlässlichkeit innerhalb der Dachstiftung „auf kurzen Dienstwegen“ sehr hoch sei, so zum Beispiel im konkreten Fall einer sofortigen seelsorgerlichen Begleitung eines Todesfalls oder der bedingungslosen Aufnahme wohnungsloser Menschen in Notfällen im Rahmen des ausschließlich mit Spenden finanzierten Gesundheitsfonds.